Dr. Michael Miller, Philosoph, Autor und
Bildungswirt, der sich seit Jahren intensiv mit China beschäftigt, beleuchtete
in einem Vortrag unter dem Titel „China 2035“ die wirtschaftlichen und
politischen Leitlinien der Volksrepublik sowie deren Bedeutung für Europa.
Miller zeichnete die historische Entwicklung Chinas vom „Jahrhundert der
Schande“ bis zum heutigen Anspruch nationaler Souveränität nach und erklärte
die strategische Kontinuität unter Mao Zedong, Deng Xiaoping und Xi Jinping.
Großprojekte wie „Made in China 2025“ und die „Neue Seidenstraße“
verdeutlichen Chinas Ziel technologischer Unabhängigkeit und globalen
Einflusses. Europa werde aus chinesischer Perspektive kaum als gestaltende
Macht wahrgenommen. Daraus leitet Miller einen klaren Appell ab: Europa müsse
seine innere Fragmentierung überwinden und eine eigenständige geopolitische
Strategie entwickeln.
„Es geht nicht darum, China zu idealisieren oder
abzulehnen, sondern darum, die innere Logik eines anderen Systems zu
verstehen.“